GBC4CCT

26. Juni 2012 § 2 Kommentare

„Ach nein, erst noch die Handbewegung“, sagt ein bekannter Humorist in einem netten Film [Vid hier] – und das waren früher schon im Original oft Gesten, die typische Situationen in (nicht nur handwerklichen) Berufen darstellten.  Und mit meiner gewählten Abkürzung „GBC4CCT“ möchte ich Gedanken für ein Gebiet der beruflichen Weiterbildung anstoßen, das ich mir – gegenwärtig zwar noch grob – als Anwendungsbereich für Gesture Based Computing vorstellen kann:

Cross Cultural Trainings.

Die Bedeutung und Verwendung von Gesten bilden zwar nur einen Teil [Vid hier] innerhalb dieses Themengebietes. Für die berufliche Praxis ist dieser zuweilen aber wichtig [z.B. deshalb hier].

Der Nahost-Korrespondent Karim El-Gawhary gibt in einem sympathischen Filmchen „Eine kurze Einführung in die orientalische Gestik“ [Vid hier] und dies sei hier lediglich als Gedankenanstoß für etwaige Umsetzungen via Gesture Based Computing vorgestellt.

Über Anregungen und Kommentare zu diesem Posting würde ich mich sehr freuen.

Oliver Basel

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Interessanter Beitrag der F.A.S.: „…Fass mich nicht an!“

18. Juni 2012 § 3 Kommentare

Bereits am letzten Sonntag las ich den folgenden Artikel in der Sonntagszeitung der F.A.Z. (F.A.S.):

„Gestensteuerung: Fass mich nicht an!“

Beim Timing des Artikels könnte man meinen, dass die F.A.Z. – besser: der Autor Marco Dettweiler – am OPCO12 teilnimmt, geht es doch ab heute genau um dieses Thema: Gesture Based Computing.

Der F.A.S.-Artikel ist sehr interessant, insbesondere auch hinsichtlich der technischen Ansätze. Zitat des Beginns:

„Berührungsempfindliche Bildschirme sind in Mode. Selbst Notebooks und Monitore sollen bald nur noch betatscht werden. Aber ist das Touch-Display trotzdem schon bald wieder von gestern? Denn die räumliche Gestensteuerung ist auf dem Vormarsch.“

Und heute hat FAZ.NET den Artikel online gestellt: Hier geht’s zum FAZ.NET-Artikel.

Oliver Basel

PLE vs. Kapselung – Learning Analytics funktioniert eher in LMS

13. Juni 2012 § Ein Kommentar

Der von Maria Fedtke getroffene Verweis auf das Konzept ‚Personal Learning Environment‘ (PLE) in ihrem Blogbeitrag „#OPCO12 Learning Analytics und PLE“ ist m. E. nach sehr wichtig für die Diskussion um Learning Analytics (LA). Wie bereits der einführende Wikipedia-Text zeigt, spielt das ‚Informelle Lernen‘ bei PLE eine wichtige Rolle. Und Prozesse des informellen Lernens lassen sich gegenwärtig nur sehr schwer messen. In einem Blended Learning-Szenario könnten Zeitaufwendungen des informellen Lernens jenseits der „Verarbeitung“ einer z. B. in einem LMS zur Verfügung gestellten Material- und Übungssammlung grob durch eine Befragung geschätzt werden, aber sicherlich nie exakt gemessen werden. Denn informell lernen die Lerner u. a. auch in ungeplanten Gesprächen über den Lernstoff – etwa im beruflichen Kontext – oder auch durch konkrete Erfahrungen.

Apropos (und eben doch nicht so nebenbei bemerkt) Erfahrungen: Mal aus der Sicht eines Teilnehmers in Blended Learning-Szenarien (Anbieter waren dabei immer Unis) habe ich folgende Erfahrungen machen können:

  • Wenn die Konzeption in Form LMS, Betreuung und Lern-Materialen sehr gut waren, habe ich das LMS quasi gar nicht als Teilnehmender verlassen (müssen), ich lernte dann durchaus erfolgreich „in der Kapsel LMS“, meine Nutzungen darin waren dann sicherlich sehr gut für LA-Zwecke messbar gewesen.
  • Bei mangelhafter Konzeption dagegen musste ich mich doch sehr stark aus „der Kapsel LMS“ herausbewegen, anderweitig Quellen und Informationen finden, um die Lernziele zu erreichen. Und meine Quellen-Nutzungen waren in diesem Falle sicherlich nicht messbar gewesen.

Angenehmer erschien mir ehrlich gesagt die gute Konzeption „in der Kapsel LMS“, vielleicht auch, weil entsprechende Lernprozesse dabei berufsbegleitend liefen und der Organisationsaufwand dann einfach begrenzter war.

Natürlich gibt es auch Lehr-Lern-Arrangements unter Verwendung eines LMS, die bewusst zur freien Bewegung und Recherche außerhalb „der Kapsel LMS“ motivieren. Das ist sicherlich auch abhängig vom Lern-Thema und dem Grad der sogen. Modularisierung. LA-Tools werden aber sicherlich wesentlich besser innerhalb geschlossener Systeme funktionieren – bricht der Lerner aus einem solchen System jedoch aus, lernt er also „anders(wo)“, dann sind die Messmöglichkeiten von LA im Ergebnis nur sehr begrenzt.

Und trotz der Online-Welten: gibt es immer noch sehr gute CBTs, die keine Internetanbindung benötigen. Auch hier sehe ich Grenzen für das LA, dessen Nutzungs-Chancen ich jedoch insgesamt begrüße.

Oliver Basel

Learning Analytics in der beruflichen Weiterbildung

8. Juni 2012 § 2 Kommentare

Folgende Gedanken beziehen sich auf eine von mehreren möglichen Fragen nach der Verortung von Learning Analytics (LA) im Bereich der beruflichen Weiterbildung. Sie erheben keinen Anspruch an Vollständigkeit.

Bei der Betrachtung ziehe ich ein Phasen-Modell aus dem Bereich des Bildungscontrollings heran, das auch – was im Kontext Weiterbildung und LLL immer wieder vorkommt (vgl. aktuell hier) – ökonomische Aspekte berücksichtigt.

In Anlehnung an Seeber [1] werden in klassischer Betrachtungsweise folgende Komponenten des Bildungscontrollings differenziert:

  1. Ziel-Controlling
  2. Bedarfs-Controlling
  3. Input-Controlling
  4. Prozess-Controlling
  5. Output-Controlling
  6. Transfer-Controlling
  7. Outcome-Controlling

Dabei liegen die Komponenten 1. und 2. im sogenannten „Vorfeld“, 3. bis 5. im „Lernfeld“ und 7. und 8. im „Funktionsfeld“ des Gesamtprozesses [2]. Aus Gründen der Umfangsbeschränkung möchte ich mich auf die Komponenten 4.-6. beschränken. Es ist anzunehmen, dass zunächst LA im Prozess- und Output-Controlling verortet werden kann, womit ich meine: Wenn man LA in den Gesamtprozess integriert, dann wird man wohl zunächst dort beginnen. Kern des Prozess-Controllings sind nämlich die Eigenschaften des Lehr-Lern-Arrangements, die Ausgestaltung des Curriculums, die Trainer-Teilnehmer-Kommunikation und weitere typische Merkmale des Lehr-Lern-Prozesses im engeren Sinne. In einem Blended Learning-Szenario würde hier die Nutzung eines Lernmanagement-Systems (LMS) einbezogen sein und Stephan Göldi hat in seinem Blogbeitrag anschauliche Beispiele von LA-Ansätzen in einem LMS aufgezeigt.

Und auch für das Output-Controlling bieten moderne LMS bereits gute Möglichkeiten, bezieht sich diese Komponente des Bildungscontrollings u. a. doch auf die quantitative (sic!) Ermittlung des Lernerfolgs, die sich eben mitunter via (Online-)Tests ermitteln lässt. Entsprechende Messresultate können mit Zielsetzungen verglichen werden, Teilnehmer können hier untereinander verglichen werden und bei entsprechend komplexen Testverfahren läßt sich durchaus auch der Qualifikationszuwachs eines Lerners ermitteln, obgleich dies wesentlich schwieriger ist.

Im Kontext der beruflichen Weiterbildung ist nun aber – u. a. – die nächst folgende Komponente äußerst wichtig: Das Transfer-Controlling. Dabei geht es um die Übertragung (Transfer) und Umsetzung des Gelernten in die „Sphäre Arbeitsplatz“. Dieser Transfer kann bereits in der Planungsphase eines Weiterbildungsprojektes mit berücksichtigt werden, vor allem kann er aber auch nach der „Seminar-Phase“ evaluiert werden. Derartige Transferanalysen sind in Deutschland noch nicht so weit verbreitet, im angelsächsischen Raum stehen sie zuweilen im Sinne eines „Returns der Investition Weiterbildung“ im Fokus. LA könnte hier in der Zukunft eine Art Brücke bilden, so dass die gesamte Ausgestaltung von beruflichen Weiterbildungen sozusagen „LA-gestützt“ zu einem höheren Transfererfolg führen könnte.-

Grundsätzlich begrüße ich LA für die berufliche Weiterbildung. Ein wesentliches Segment der beruflichen Weiterbildung bilden in der Praxis Unternehmen mit kleinerer und mittlerer Unternehmensgröße (KMU). KMU haben hinsichtlich einer „institutionalisierten“ Personalentwicklung Nachteile aufgrund ihrer Größe, so dass LA-Tools hier eine gute Unterstützung bieten könnten. Natürlich müssen solche LA-Tools gehandhabt, also administriert, verstanden und gepflegt werden.

Aspekte des Datenschutzes müssen natürlich mit Bedacht berücksichtigt werden. Im Rahmen der theoretischen Beschäftigung mit dem Thema macht es meiner Meinung nach jedoch durchaus Sinn, diese nicht gleich an erster Stelle zu beleuchten. In der praktischen Arbeit der beruflichen Weiterbildung kommen sie nämlich früh genug: durch Interventionen der Betriebsräte. Damit berufliche Weiterbildung mit digitalen Medien funktioniert, müssen hier immer fundierte Pro-Argumente für deren Einsatz geliefert werden, das war früher schon u. a. hinsichtlich der Log-Files so und Vorbehalte bei modernen LA-Tools werden da ganz sicher auch kommen, mit guten Argumenten für den Einsatz muss man also in jedem Falle gerüstet sein. Selbstverständlich beinhaltet dies auch Maßnahmen und Vereinbarungen zur Einhaltung diverser Datenschutz-Gebote.

Oliver Basel

[1] Seeber, S.: Stand und Perspektiven von Bildungscontrolling, in: Seeber, S.; Krekel, E. M.; Buer v. J. (Hrsg.): Bildungscontrolling – Ansätze und kritische Diskussionen zur Effizienzteigerung von Bildungsarbeit, Frankfurt am Main, 2000, S. 35 ff.
[2] Dieses Modell stellt m. E. nach sicherlich eine Idealvorstellung dar, welche in der Weiterbildungs-Praxis zumeist nur angenähert verwirklicht wird, dennoch ist es ein guter Bezugsrahmen.

Wo bin ich?

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