PLE vs. Kapselung – Learning Analytics funktioniert eher in LMS

13. Juni 2012 § Ein Kommentar

Der von Maria Fedtke getroffene Verweis auf das Konzept ‚Personal Learning Environment‘ (PLE) in ihrem Blogbeitrag „#OPCO12 Learning Analytics und PLE“ ist m. E. nach sehr wichtig für die Diskussion um Learning Analytics (LA). Wie bereits der einführende Wikipedia-Text zeigt, spielt das ‚Informelle Lernen‘ bei PLE eine wichtige Rolle. Und Prozesse des informellen Lernens lassen sich gegenwärtig nur sehr schwer messen. In einem Blended Learning-Szenario könnten Zeitaufwendungen des informellen Lernens jenseits der „Verarbeitung“ einer z. B. in einem LMS zur Verfügung gestellten Material- und Übungssammlung grob durch eine Befragung geschätzt werden, aber sicherlich nie exakt gemessen werden. Denn informell lernen die Lerner u. a. auch in ungeplanten Gesprächen über den Lernstoff – etwa im beruflichen Kontext – oder auch durch konkrete Erfahrungen.

Apropos (und eben doch nicht so nebenbei bemerkt) Erfahrungen: Mal aus der Sicht eines Teilnehmers in Blended Learning-Szenarien (Anbieter waren dabei immer Unis) habe ich folgende Erfahrungen machen können:

  • Wenn die Konzeption in Form LMS, Betreuung und Lern-Materialen sehr gut waren, habe ich das LMS quasi gar nicht als Teilnehmender verlassen (müssen), ich lernte dann durchaus erfolgreich „in der Kapsel LMS“, meine Nutzungen darin waren dann sicherlich sehr gut für LA-Zwecke messbar gewesen.
  • Bei mangelhafter Konzeption dagegen musste ich mich doch sehr stark aus „der Kapsel LMS“ herausbewegen, anderweitig Quellen und Informationen finden, um die Lernziele zu erreichen. Und meine Quellen-Nutzungen waren in diesem Falle sicherlich nicht messbar gewesen.

Angenehmer erschien mir ehrlich gesagt die gute Konzeption „in der Kapsel LMS“, vielleicht auch, weil entsprechende Lernprozesse dabei berufsbegleitend liefen und der Organisationsaufwand dann einfach begrenzter war.

Natürlich gibt es auch Lehr-Lern-Arrangements unter Verwendung eines LMS, die bewusst zur freien Bewegung und Recherche außerhalb „der Kapsel LMS“ motivieren. Das ist sicherlich auch abhängig vom Lern-Thema und dem Grad der sogen. Modularisierung. LA-Tools werden aber sicherlich wesentlich besser innerhalb geschlossener Systeme funktionieren – bricht der Lerner aus einem solchen System jedoch aus, lernt er also „anders(wo)“, dann sind die Messmöglichkeiten von LA im Ergebnis nur sehr begrenzt.

Und trotz der Online-Welten: gibt es immer noch sehr gute CBTs, die keine Internetanbindung benötigen. Auch hier sehe ich Grenzen für das LA, dessen Nutzungs-Chancen ich jedoch insgesamt begrüße.

Oliver Basel

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