Jörn Loviscach und seine E-Learning-Konzepte

13. August 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Ein sehr lesenswertes F.A.Z.-Interview mit Jörn Loviscach (hier): „Deutschlands bester Online-Prof – Sendung mit der Mouse“  – alle unten stehenden Zitaten beziehen sich auf diese F.A.Z.-Quelle: Hier. Das Gespräch ist interessant und lehrreich. Man erhält in dem Interview Infos zum Stand der Dinge. Einige Aspekte fallen mir dabei besonders auf, die ich im Folgenden etwas herausheben möchte:

Ein Brückenschlag zum Präsenzunterricht führt Jörn Loviscach auf, wenn er sagt: „Aber ich frage mich auch, was am Matheunterricht an deutschen Schulen und Hochschulen faul ist, dass sich so viele online helfen lassen müssen. Wenn jemand vor Ort wäre, der das ordentlich erklärt, wäre das nicht nötig.“ Daraus kann abgeleitet werden: Qualifizierter Präsenzunterricht ist nach wie vor die wichtige Kernsäule und zum Teil kompensiert ein YT-Lernvideo eben auch Qualitätsmängel in der Präsenz.-

An verschiedenen Stellen im Text wird den MOOCs die Eigenschaft zugewiesen, dass sie kostenlos seien und das so, als sei dies eben definitorischer Bestandteil. Das finde ich etwas zu eng beschrieben, wurden doch in MOOCs wie bspw. dem #MMC13 auch kommerzielle Geschäftsmodelle für MOOCs diskutiert. (Ohnehin ist es angebrachter, von „gebührenfrei“ zu sprechen, Kosten entstehen bei einem E-Learning-Konzept nämlich immer.)-

Sehr spannend finde ich die Antwort Loviscachs auf die Frage, wer mit MOOCs erreicht wird. Gerade weil MOOCs doch bislang überwiegend im Hochschulkontext durchgeführt und diskutiert werden, ist seine Antwort durchaus überraschend: „(…) Die meisten sind hingegen Erwachsene, die schon ansatzweise studiert haben. Leute, für die ein Fernstudium zu heftig wäre. Die wollen ein bestimmtes Thema durchackern, wären vielleicht zur Volkshochschule gegangen, wenn sie Zeit hätten, oder wollen lernen, wie man bestimmte intelligente Schaltkreise prüft oder 3-D-Grafik programmiert. Die arbeiten vernünftig mit; dann klappt das auch gut.“ Volkshochschule. Deshalb verweise ich hier nochmal auf den aktuellen #VHSMOOC: Hier – mit dem Oberthema „Weblernen mit der Volkshochschule“.-

Spannend auch der Hinweis auf ein Folgekonzept des Inverted Classroom: „Der nächste Schritt wäre der Flipped Mastery Classroom. Das probieren jetzt einige: Man diskutiert nicht mehr mit allen gemeinsam, sondern in Arbeitsgruppen. Und jede dieser Gruppen ist thematisch da, wo sie eben gerade steht, unabhängig von den anderen.“ M. E. nach könnten hier Erfahrungen später dann auch auf das (betriebliche) Wissensmanagement übertragen werden – allerdings: Man ist ja doch noch sehr in den Anfängen hier.

Und noch spannender erscheint mir die Frage: „Gibt es eigentlich auch geisteswissenschaftliche MOOCs?“ Hierzu dann später mehr auf diesem Blog… 🙂

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