Mobile Apps in der beruflichen Weiterbildung

3. Mai 2012 § 3 Kommentare

Das Posting „Eine Systematik des mobilen Lernens? (vor allem im (Hoch)schulbereich)“ von Claudia Bremer inspiriert zu einer Übertragung einiger Aspekte auf den Bereich der beruflichen Weiterbildung. Die im Posting aufgeführte Unterteilung der inneruniversitären und außeruniversitären Nutzung verleitet auf die Spiegelung der Inhouse-Seminare und Seminare in der Weiterbildungseinrichtung. Doch spätestens hier entstehen Zwischenfragen und es schillert ein zentraler Unterschied zwischen Hochschule und beruflicher Weiterbildungseinrichtung durch.

Die Zwischenfrage meinerseits ist, von welcher Studierendenzahl eigentlich in der Diskussion in den Veranstaltungen i. d. R. ausgegangen wird. Geht es um kleinere Seminare mit einer überschaubaren Anzahl oder um große Vorlesungen mit über 50 und zuweilen bis zu 200 Studierenden? Die Vorstellung des TED-Systems ARSnova führt bei mir zum Eindruck, dass es derzeit noch nicht so hoch skaliert ist, die Skalierung nach oben aber gewünscht ist. [Dieses TED-System wäre übrigens doch ein interessantes Testtool für die OPCO12-Abschlussveranstaltung in Frankfurt am Main.]

Ein m. E. zentraler Unterschied zwischen Hochschule und beruflicher Weiterbildungseinrichtung ist der, dass es bei der beruflichen Weiterbildung im Schnitt immer um relativ kleinere Gruppen geht. 12-20 Teilnehmende ist dabei eine ganz gute Bezugsgröße. Insofern lassen sich Hochschul-Szenarien keinesfalls einfach auf die berufliche Weiterbildung spiegeln.

Bezugnehmend auf meinen Kontext Blended Learning muss zwischen Präsenz- und Web-Phase unterschieden werden. Ist es denkbar, dass 15 Seminar-Teilnehmende in einem Seminarraum sitzen, keine der Personen ein Note-/Netbook dabei hat, aber alle ein Smartphone? Bei gezielter Planung: Ja! Denn es könnte eben das Konzept eines solchen Seminars sein, dass die Web-Phasen durch Mobile Apps unterstützt werden und in der ersten Präsenzphase die Teilnehmenden auf die Nutzung betreffender Apps vorbereitet und geschult werden. Der Bereich, der in der beruflichen Weiterbildung als Anwendungsdomäne immer zuerst gedanklich erscheint ist der Fremdsprachenbereich. Der Software-Markt bietet hier auch schon erste Produkte (kostenlose und kostenpflichtige finden sich auf z.B. auf Google Play). Hervorzuheben sind hier Vokabeltrainer-Applikationen (z. T. mit Vollvertonung). Diese lassen sich sehr praktisch dann in den Web-Phasen mobil und zeitunabhängig nutzen. Das Konzept eines entsprechenden Seminars wäre aber dann genau falsch, wenn es den Besitz eines Smartphones als Grundvoraussetzung setzt und der PC/das Notebook nicht als Substitut verwendet werden kann. Das bedeutet, dass in der Praxis bei entsprechenden Mobile Apps immer zu prüfen ist, ob derselbe Content auch via Webbrowser oder PC-Applikation zur Verfügung gestellt werden kann.

Jenseits des Fremdsprachenbereichs (u.a. Software, BWL, Soft Skills…) sind entsprechende Möglichkeiten noch zu finden. Dabei habe ich den Eindruck, dass Erfahrungen aus dem Hochschulwesen in die berufliche Weiterbildung getragen werden können[*]. Mein bereits an anderer Stelle gegebener Hinweis auf die Datenbank-Lern-App der FH Köln sei hier nochmals angeführt – jedoch nicht ganz unkritisch: Auf zwei unterschiedliche Android-Mobilendgeräte habe ich die App installiert. Bei einem Gerät funktionierte sie gar nicht, bei dem anderen funktionierte nur der Wiki-Bereich (ich gebe aber nicht auf und werde da nochmal nachfassen). Fakt ist, dass exakt solche Apps auch für die berufliche Weiterbildung relevant sind und sich in Blended Learning Konzepte gut integrieren lassen.

Oliver Basel
[*] Und hier bin ich selbst ein Lernender und muss mir eine App-Sammlung anlegen: Wer entsprechend des Kontextes berufliche Weiterbildung gute Apps kennt, diese selbst getestet hat, der möge diese mir doch als Kommentar zu meinem Posting benennen. Dankeschön!

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